Die Nano-Days Göttingen 2011
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Nach dem Wirbellosen-Meeting 2010 in Göttingen beschloss das Team, den Blick über den Tellerrand der Süßwasser-Wirbellosen-Aquaristik zu heben – das machte erst einmal eine Namensänderung notwendig, und die Nano-Days wurden aus der Taufe gehoben.
Aufbau und letzte Vorbereitungen
Die Ausstellung
In diesem Jahr lag der Fokus daher neben den Wirbellosen auf Fischen, die in Nanobecken bis 54 cm gehalten werden können. Die Ausstellung war in ihrer Komplettheit deutschland-, vielleicht sogar europaweit einzigartig. Neben dem kleinsten bisher bekannten Wirbeltier der Welt, dem Paedocypris carbunculus, und dem kleinsten Labyrinthfisch (Paraspaerichthys lineatus) gab es auch Raritäten wie Hara jerdoni zu sehen, Kampffische, diverse Rasbora- und Kilifisch-Arten und viele, viele mehr.
Iriatherina werneri, Microrasbora kubotai, Paedocypris carbunculus (das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt), Pseudepiplatys annulatus, Pseudomugil gertrudae Anu II
Natürlich waren auch die Wirbellosen reichlich vertreten, von diversen Cambarellus-Arten (darunter auch der selten ausgestellte Cambarellus schmitti), verschiedenen Schnecken wie europäischen Kahnschnecken, Schnauzen- und Maurenschnecken, Bellaschnecken und Apfelschnecken (für die größeren Nanos mit 54 Liter Fassungsvermögen). Man konnte schokoladen- und orangefarbene Neocaridina bestaunen, Sakura, blaue Tiger, und noch viele mehr. Die komplette Liste der ausgestellten Tiere findet sich hier. An dieser Stelle vielen Dank an Tetra für die Ausstellungsbecken - sie haben diese Show erst ermöglicht!
Orange Sakura Yellow Fire Neon Schoko-Sakura
Ciphangopaludina leucocythoides, Sakura (Bild: Maria Fritsch), Cambarellus patzcuarense "orange" (Bild Maria Fritsch)
Leider kam die Nanoterraristik ein wenig zu kurz, da zwei Aussteller kurzfristig verhindert waren. So gab es "nur" ein Becken mit Samtschrecken zu sehen.
Die Nudelwasser-Franktion fand allerdings reichlich Augenfutter bei der kleinen, aber ausgesprochen feinen Meerwasser-Nanobecken-Ausstellung. Neben Dennerle, Zoopalast Wiesbaden und Aqua Medic (für die Becken) gebührt hier der Dank Dirk und Daniela Haase sowie Joachim Wörner, die Korallen und andere Niedere Tiere so gut vorbereiteten, dass sie sich bei der Ausstellung von ihrer Schokoladenseite präsentierten.
Bild: Stev Kolditz Bilder: Heike Dixon
Bilder: Stev Kolditz
Bilder: Maria Fritsch
Bilder: Maria Fritsch
Abgerundet wurde die Ausstellung durch gescapte Süßwasserbecken und zwei sehr schöne Wabi-Kusa-Arragements, bei denen das Wasser nur sehr flach gehalten ist und die Pflanzen größtenteils emers wachsen.
Bild: Heike Dixon
Der Contest für Neocaridina und Shadow Shrimps (Taiwan Bees) war eindrucksvoll – gerade bei den Neocaridina hat sich züchterisch in den letzten Jahren sehr viel getan, und entsprechend staunenswert waren die präsentierten Tiere. Auch die Taiwaner stellten sich in bestem Licht dar. Danke an Dennerle für die großzügige Ausstattung mit Nano Cubes und Marinus Cubes für den Contest und die Meerwasserausstellung!
Bilder: Jürgen Gerhardt
Impressionen vom Contest (Bilder: Maria Fritsch): Wine Red, Rili Shrimp, Sakuragarnele
Die Siegertiere (alle Bilder von Jürgen Gerhardt):
Offene Gruppe Neocaridina, Roland Lück; Gruppe Neocaridina cf. zhangjiajiensis, blaue Variante, Uwe Zeitler; Gruppe Neocaridina cf. zhangjiajiensis, weiße Variante, Uwe Zeitler
Neocaridina heteropoda - rote Variante - Selfs (durchgehend gefärbte Tiere), Roland Lück; Neocaridina heteropoda - gelbe Variante - Selfs, Uwe Zeitler; Neocaridina heteropoda - gelbe Variante - Lined (mit Rückenstrich), Uwe Zeitler
Der erste Platz bei den Neocaridina heteropoda - rote Variante - Lined ging an Roland Lück (leider kein Bild).
Shadow Shrimp, Var. Black, Astrid Weber; Shadow Shrimp, Var. Red, Mirco Uttke; Shadow Shrimp, Var. Bolt, Astrid Weber
Auch andere Sponsoren haben ihren Teil beigetragen, so kam der Bodengrund in den Tetra-Becken von Garnelen Gümmer, Tropica schickte Pflanzen, Aquarium Dietzenbach Tiere, Aqua Medic und Fluval Becken, und die Tombola wurde von Tetra, JBL, Aquafim, Söll, Dennerle und vielen anderen reichhaltig ausgestattet.
Während der Veranstaltung gab es natürlich auch wieder eine Vortragsreihe. Den Beginn machten die Gebrüder Logemann. Frank und Carsten berichteten von ihrer Expedition nach Sulawesi, wo sie die attraktiven Garnelen und Schnecken in ihren natürlichen Habitaten beobachteten. Von ihrer abenteuerlichen Reise brachten sie einige Wasserproben mit, die im Labor analysiert wurden; jetzt besteht sicherlich die Chance, das Wasser für diese schönen, aber leider so empfindlichen Tiere besser anzupassen, und die Hoffnung, dass auch die schwierigeren Arten dauerhaft im Aquarium gehalten und vor allem nachgezogen werden können.
Nach der Mittagspause nahm Maike Wilstermann-Hildebrandt den Faden wieder auf und gab den Zuhörern in Wort und Bild einen umfassenden Überblick über Schnecken, die man auch in Nanobecken halten kann – und auch über solche, die nicht aquarientauglich sind. Tiere wie Septaria oder auch Celetaia sollten besser im Habitat bleiben, da sie im Aquarium nicht lange überleben können. Generell sind Schnecken aber als wichtiger Teil einer funktionierenden Aquariengemeinschaft anzusehen. So mancher Aquarianer dürfte die Tiere jetzt doch mit anderen Augen sehen.
Karin Latos schlug die Zuhörer mit ihrem ureignen Charme in ihren Bann und erzählte von ihrer erfolgreichen Taiwanerzucht und ihren guten Erfahrungen mit dem Einsatz von Regenwasser in der Garnelenhaltung. Sie berichtete von ihrem 800-Liter-Aquarium im Wohnzimmer, das zum Aufbereiten des Wassers für ihre Aquarien dient, und über die Wichtigkeit eines Jagdhundes beim Tümpeln nach Mückenlarven
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Auch der Meerwasservortrag von Dirk und Daniela Haase war sehens- und beachtenswert. Der Trend zum Nanobecken setzt sich auch in dieser Sparte der Aquaristik mehr und mehr durch. Gerade viele wirbellose Tiere wie Einsiedler oder Garnelen kommen in diesen Becken ohne oder mit nur sehr zurückhaltendem Fischbesatz viel besser zur Geltung und können darin sehr gut gehalten werden, wenn man einige Tipps beachtet.
Nach dem Vortragsprogramm wurden diejenigen Tiere aus dem Contest, die zur Abgabe standen, versteigert. 25% des Erlöses gingen an die Veranstalter, 75% an die Züchter. René Türckheim machte seinen Job als Auktionator sehr gut, das war mit Sicherheit nicht seine letzte Auktion.
Der anschließenden Tombola (organisiert und aufgebaut von Heike und Simmi, vielen Dank dafür!) folgte dann der gemütliche Teil mit Grillen, Fassbier und Klönen - bis früh in den nächsten Morgen hinein. Es ist immer wieder schön, sich im wirklichen Leben zu treffen und sich auszutauschen, und die Nord- und die Südfraktion verstanden sich absolut blendend.
Eins steht auf jeden Fall fest: Nach den Nano-Days ist vor den Nano-Days!
Text: Ulli Bauer
Bilder (soweit nicht anders erwähnt): Heinz Peter Hippenstiel
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