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Allgemeine Hinweise zur Fütterung von Garnelen

verfasst von Ulli Bauer

Garnelen leben in der Natur von ballaststoffreichem, protein- und relativ kohlehydratarmem Futter, hauptsächlich von ins Wasser gefallenen toten Blättern und anderen Pflanzenresten, ab und zu (selten) auch von toten Wassertieren oder Insekten. Garnelen sind typische Destruenten, die das verwerten, was übrigbleibt.

 

Futter sollte also diese Kriterien erfüllen: Proteinarm, relativ kohlehydratarm, ballaststoffreich.

 

Die Scheren der im Aquarium üblicherweise gehaltenen Zwerggarnelen eignen sich nicht so sehr zum Zerlegen, sondern sind mit Borsten bewachsen – die Tiere streifen damit Aufwuchs, Bakterienfilme und ähnliches von Oberflächen ab oder fressen weiches, sich zersetzendes Material.

 

Da die Tiere sehr empfindlich auf Pestizide reagieren, sollte kein Obst und Gemüse aus unbekannten Quellen gefüttert werden. Sorgfältiges Waschen hilft nicht gegen Pestizide, im Zweifelsfall schälen! Futterpflanzen aus eigenem Anbau bzw. aus Biolandbau sind zu bevorzugen.

 

Um harte Sorten genießbar zu machen, sollten sie gekocht bzw. überbrüht werden.

 

Die Schale wird bei keinem Gemüse gefressen, es empfiehlt sich also, Gemüse zu schälen (es sei denn, man klaubt später gerne die Schalenreste aus dem Aquarium).

 

Gefüttert wird im Maßen. Zwei- bis dreimal pro Woche reicht völlig aus. Überschüssiges Futter sollte nach maximal 12 Stunden aus dem Becken genommen werden.

 

Wenn kein frisches Gemüse zur Verfügung steht, kann man auf Tiefkühlkost zurückgreifen. Dosengemüse eignet sich nicht, da in den meisten Dosen Zucker zugesetzt ist, der das Wasser stark belasten und zu einer Bakterienblüte führen kann. Kürbis oder Brennessel kann zum Beispiel auch getrocknet werden. Kühl, trocken und luftig aufbewahren.

 

Zu proteinreiches Futter kann zu schnellem Wachstum und dadurch zu Häutungsproblemen führen und sollte daher eher selten gegeben werden.

 

Uneingeschränkt empfehlenswert:

Herbstlaub von heimischen Bäumen (Eiche, Buche, Ahorn, Birke, Apfel, Kirsch, …). Wichtig: nicht an stark befahrenen Straßen sammeln, keine gespritzten oder sonstwie behandelten Blätter nehmen!

 

Seemandelbaumblätter

 

frische grüne Blätter bzw. grün gepflückt und getrocknet (z.B. von Walnuss, Haselnuss, Esskastanie) - in Maßen füttern!

 

frische Brennessel- oder Löwenzahnblätter (überbrüht) oder grün gepflückt und getrocknet, Tee aus der Apotheke geht natürlich auch

 

Wasserlinsen (kurz überbrüht oder in der Mikrowelle gekocht)

 

Spinat (frisch überbrüht oder tiefgekühlt)

 

Strohpellets (z.B. Kleintierstreu – bitte darauf achten, dass das Pellet wirklich nur aus Stroh besteht)

 

Spezielles Garnelentrockenfutter mit einem niedrigen Proteingehalt (unter 30%)

 

Spirulina-, Chlorella-, anderes Algenpulver (entweder so ins Wasser geben oder mit Wasser zu Brei anrühren, auf Steine streichen, trocknen lassen und so ins Becken legen – auch eine prima Erstversorgung für heikle Wildfangschnecken)

 

Eingeschränkt emfehlenswert (weil dem natürlichen Futter nicht wirklich nahe)

Paprika (aus konventionellem Anbau oft sehr hohe Pestizidbelastung!!!)

 

Gurke (nicht zu lange im Becken lassen, vor allem nicht über Nacht, kann zu Wassertrübung führen)

 

Zucchini

 

Kürbis (frisch oder in dünne Streifen geschnitten und getrocknet, lässt sich getrocknet auch gut lagern)

 

Kürbis- oder Zucchiniblüten

 

Tomate (gehäutet)

 

Karotte (nur weichgekocht, roh viel zu hart - stärkehaltig, kann die Wasserqualität negativ beeinflussen)

 

Eingeschränkt empfehlenswert (wegen hoher Proteingehalte nur 1 bis 2x pro Woche füttern)

Fisch-, Garnelen- und Krebstrockenfutter

 

Frostfutter

 

gefriergetrocknetes Futter

 

Erbsen (aus der harten Hüllhaut drücken)

 

Blütenpollen

 

Nicht empfehlenswert

stärke- und zuckerhaltige Dinge wie Nudeln, Kartoffeln, Bananen oder anderes süßes Obst – die Stärke bzw. der Zucker kann zu einer Bakterienblüte und damit zu Sauerstoffmangel führen. Im schlimmsten Fall können Garnelen daran sterben.

 

Ulrike Bauer, September 2010

 

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