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Planarie, Plattwurm

verfasst von Ulli Bauer
Wissenschaftlicher Name : 
Planariidae
Bild: 
  • platte, weiße, braune bis schwärzliche Würmer, oft mit drei- oder viereckigem abgesetztem Kopf und deutlich sichtbaren Augenflecken
  • über 200 Arten im Süßwasser, darunter ausgesprochen räuberische und auch relativ harmlose Vertreter
  • der Darm teilt sich in drei ihrerseits stark verzweigte Äste, einer davon (der größte) erstreckt sich von der Schlundöffnung in der Mitte des Tieres auf der Bauchseite bis zum Kopf, die anderen beiden Äste rechts und links von der Schlundöffnung in Richtung Hinterende

.

Herkunft/Verbreitung: 

praktisch weltweit in relativ sauberen Gewässern aller Art

Futter: 
  • Räuber, manche Arten vergreifen sich durchaus an frisch gehäuteten Garnelen und Krebsen oder Fischbrut, andere “begnügen” sich mit Fischlaich, Schnecken oder Kleintieren, auch Aas und proteinhaltiges Kunstfutter wird genommen
  • Hungerkünstler, Massenvermehrung bei Nahrungsüberschuss (also Achtung bei der Fütterung mit tierischem Eiweiß!)
Art der Vermehrung: 
  • ungeschlechtlich über Teilung
  • geschlechtlich über gegenseitige Befruchung (Planarien sind Zwitter) und Eiablage, Eikapseln sind resistent gegenüber Trockenheit, Kälte und Wärme
  • beachtliche Regenerationsfähigkeit, aus einem kleinen Teil einer Planarie entsteht ein komplett neues Tier, also niemals zerquetschen oder zerteilen! Interessantes Video: KLICK
Fortbewegung: 

schneckenartiges Kriechen auf einer Schleimschicht, sie können aber auch schwimmen (wellenförmige Schwimmbewegungen)

Einschleppung: 

über Pflanzen, über Holz oder Steine aus Gewässern (auch Eikapseln!) oder bereits befallenen Aquarien, manchen Beobachtungen zufolge möglicherweise auch über Frostfutter und Käscher etc.

Diagnose: 

Die Tiere sind meist nachtaktiv, ein Blick ins dunkle Aquarium hat schon manchen Aquarianer aus allen Wolken fallen lassen.

 

Einen Planarienbefall kann man mittels einer Fleischfalle einfach nachweisen:

ein Stückchen rohes Fleisch oder proteinreiches Frostfutter in eine kleine Dose geben und mit einem Stück Gaze verschließen. Ins dunkle Becken legen und nach ca. 1 bis 2 Stunden wieder herausnehmen. Wenn Planarien im Becken sind, finden sich auch welche in der Falle. Eventuell sollte man vorher einen bis zwei Tage nicht füttern.

Bekämpfung: 

Mit der oben beschriebenen Falle kann die Zahl der Tiere deutlich reduziert werden, ganz los wird man sie damit allerdings im Normalfall nicht.

 

Planarien werden nur von sehr wenigen Fischen gefressen, da sie über sogenannte Rhabditen verfügen, Sekretkörper, mit deren Hilfe sich die Tiere in einen sehr übel schmeckenden Schleim hüllen können.

 

Pflanzen kann man vor dem Einsetzen für ca. 20 Sekunden in ein Mineralwasserbad tauchen, was bereits geschlüpften Planarien wie auch allen anderen Tierchen auf den Pflanzen den Garaus macht. Die Eier werden dadurch aber nicht beeinträchtigt. Daher sollte man die Pflanzen ca. zwei Wochen in Quarantäne halten und danach nochmals mit Mineralwasser behandeln.

 

Eine relativ sichere Bekämpfungsmethode ist die Behandlung mit Flubenol. Dieses beim Tierarzt erhältliche Wurmmittel tötet leider genauso sicher die im Becken lebenden Schnecken und macht es auf lange Zeit für diese Tiere unbewohnbar. Die vielen toten Tiere können zum Umkippen der Beckenbiologie führen, Vorsicht ist also unbedingt geboten!

Zur Dosierung siehe hier: http://www.crustahunter.com/de/node/483

 

Panacur, ebenfalls ein Wurmmittel, tötet nicht alle Schnecken, Posthorn-, Blasen- und Turmdeckelschnecken bleiben relativ unbeeindruckt. Es gibt Hinweise, dass bei Überdosierung Garnelen schwere Deformierungen davontragen können, auch wurde vereinzelt über einen totalen Vermehrungsstopp berichtet. Ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.

Zur Dosierung siehe hier: http://www.crustahunter.com/de/node/484

 

Relativ neu auf dem Markt ist No Planaria. Hierbei handelt es sich um einen Extrakt aus Betelpalmen, der laut Importeur bei anleitungsgemäßer Verwendung die meisten Schnecken nicht schädigt. Erfahrungsberichte gibt es allerdings solche und solche.

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